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Schläge im Namen des Herrn
Das verdrängte Schicksal der Heimkinder
in der Bundesrepublik

Buchcover

ISBN 342105892X
ca.240 Seiten mit Abbildungen

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Erste Reaktionen auf das Buch im Februar 2006
- evangelische Trägerverbände
- ev.Akademie Bad Boll
- Bischof Huber
- Diakonie Bayern
- Dierk Schäfer, ev. Akademie Bad Boll
- offener Brief an Gohde
- Wittekindshof
- Bethanien-Schwestern
- Deutschlandradio Kultur
- Sendung vom 15.2.2006

-Ordenskorrespondenz

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Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern e.V.
 

Stellungnahme der bayerischen Diakonie zu Veröffentlichungen zur Heimerziehung in den fünfziger und sechziger Jahren

1.) In verschiedenen Veröffentlichungen ist in den vergangenen Jahren über Missstände in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe im Raum von Kirche und Diakonie während der fünfziger und sechziger Jahre, berichtet worden. Auch die Diakonie in Bayern setzt sich seit längerem mit diesen Vorgängen auseinander, die wir weder verharmlosen noch schwarz-weiß malen wollen oder dürfen.

2.) Die damaligen gesellschaftspolitischen und sozialen Verhältnisse unterscheiden sich gravierend von der heutigen Situation in den Mitgliedseinrichtungen. Die heutige Ausstattung der diakonischen Erziehungshilfe mit ausgebildeten Fachkräften und deren umfassenden Begleitung durch Supervision und Fachdienste garantiert qualifizierte Arbeit nach heutigen pädagogischen Standards.

3.) Obwohl derartige Vorgänge sowohl durch damals gängige pädagogische Praxis als auch zum Teil durch einen entsprechenden rechtlichen Rahmen gedeckt und damit selbst staatlich abgesichert

waren, müssen wir heute die Verhaltensweisen, die ihnen zugrunde liegen, als großes Unrecht bezeichnen, da sie den Grundsätzen eines christlichen Menschenverständnisses nicht entsprechen.

4.) Auch wenn es sich dabei nicht um „systematisches“ Vorgehen handelt, das für alle Einrichtungen der evangelischen Jugendfürsorge angenommen werden muss, handelt es sich doch auch um Ausdruck einer pädagogischen Haltung, die leider auch in Einrichtungen der Diakonie zu finden war. Diese Vorfälle können auch nicht alleine durch einen Hinweis auf „damalige Verhältnisse“, Überlastung und Überforderung der Mitarbeitenden oder ein anderes Verständnis von Pädagogik relativiert werden.

5.) Für die Betroffenen bedeuten diese Erfahrungen eine Last, die ihr Leben zum Teil bis zum heutigen Tag schmerzvoll prägt.

6.) Die bayerische Diakonie weiß zwar, dass das Eingeständnis von Versagen und die Bitte um Verzeihung die Leiden, die jene Menschen erdulden mussten, nicht ungeschehen machen können. Aus der jahrzehntelangen Arbeit mit und im Sinne der Menschen wissen wir aber auch, dass das Zugeben eigener Schuld für beide Seiten eine Entlastung bedeuten kann. Es tut uns Leid, was den betroffenen Kindern und Jugendlichen angetan wurde, und wir sprechen ihnen unser Bedauern aus.

7.) Wir haben die Chance, nun den Prozess der Aufarbeitung der Fürsorgeerziehung aktiv anzugehen, weil sowohl diejenigen, die als Erzieher oder Mitarbeiter in diesem Feld tätig waren aber auch die Menschen, die Traumata davongetragen haben, noch miteinander ins Gespräch kommen können.

8.) Die Diakonie in Bayern wünscht sich diese aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte - im Interesse der Betroffenen und auch im eigenen Interesse. Neben der fachlichen Auseinandersetzung auf der Ebene des Verbandes – so mit einem Fachtag auf Ebene des Diakonischen Werkes der EKD - bieten wir den Leidtragenden jener Jahre unsere Unterstützung bei der Recherche ihrer eigenen und unserer Geschichte an, um gemeinsam mit den Trägern und den Einrichtungen eine Aufarbeitung der Vergangenheit zu ermöglichen.

Dienstag, 21. Februar 2006

www.diakonie-bayern.de

 

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